„Jede Mundart ist Volksmundart, heimlich und sicher, aber auch unbeholfen und unedel, dem bequemen Hauskleid, in welchem nicht ausgegangen wird, ähnlich. Im grunde sträubt sich die schämige Mundart wider das rauschende Papier, wird aber etwas in ihr aufgeschrieben, so kann es durch treuherzige Unschuld gefallen.“
Joseph Kehrein, Volkssprache und Wörterbuch von Nassau, Zitat aus dem Vorwort
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das, kein Pl., letztes o betont, allg. für Kölnisch Wasser; frz. Eau de Cologne. Nadierlich geheert en Odecolonch bei’s Weschlafor (s.d.). – Als ein Rheingauer beim Stadtbummel in Paris eine Szene beobachtet, bei der sich Passanten mit den Worten „oh, tout malade“ um jemanden kümmern, dem übel geworden ist, sagt er: Ja, duht mer aach laad, wann ich nor wisst was Odecolonch uff franzeesisch heeßt.
die, nur Pl., kurze Vokale, gleichmäßig betont, Name eines Gerichts, das im Bagges: Gemeindebackhaus nach dem Brotbacken zur Ausnutzung der Restwärme gegart wurde. Flach geschnittene Kartoffelscheiben, dazwischen Lagen von Schweinefleisch, in runder Kuchenform oder im mit Brotteig abgedichteten Krobbe (s.d.) gebacken.
der und die, Pl. gleich, kurze e, erstes betont,
1. gew. für eine der Varianten für Kopf oder Gesicht: Ich haa der uff die Brezel.
2. allg. für ein speziell geschlungenes Backwerk, obgleich schrspr., hier von überragender Bedeutung, sei es zum Schulanfang (merb), zur Fassenacht (merb oder salzig) oder jederzeit salzig (Laugenbrezel) als schnelle Stärkung und als Beilage, z.B. zum Spundekees (s.d.).
Wann de Brezel merb is, isser guud. Wann ich abber ganz brezelmerb bin, dann geht’s mir schlecht, fühle ich mich elend.