„Jede Mundart ist Volksmundart, heimlich und sicher, aber auch unbeholfen und unedel, dem bequemen Hauskleid, in welchem nicht ausgegangen wird, ähnlich. Im grunde sträubt sich die schämige Mundart wider das rauschende Papier, wird aber etwas in ihr aufgeschrieben, so kann es durch treuherzige Unschuld gefallen.“
Joseph Kehrein, Volkssprache und Wörterbuch von Nassau, Zitat aus dem Vorwort
Hier werden einige durch Zufall ausgewählte Begriffe angezeigt.
die, nur Pl., Uzname der Lorcher, schrspr. Raupen; so heißt auch der dortige Fassenachtsverein. Das soll damit zusammenhängen, dass die Lorcher für ihre recht zahlreichen Kühe früher Gras und Laubheu aus Hecken und Wald brauchten, wo es dann wie abgefressen aussah.
die, nur Pl., kurze Vokale, u betont, gew. für Bildgebäck aus paarweise lose zusammengebackenen länglichen Wecken. 1793 werden sie in Rheinhessen als Bestandteil der Pfarrbesoldung angeführt, mit der auch die Teilnahme bei Tauf- und Hochzeitsschmaus verrechnet wurde. In Rheinhessen und in der Pfalz wurden sie bei Schulprüfungen gegeben. In den Mainzer Stadtaufnahmen von 1747 werden Bubenschenkel-Bäcker aufgeführt.
o nach a gefärbt, kann missmutige Ablehnung ausdrücken: Komm, geh met! – Ooch, loss mer mei Ruh!; aber auch Bewunderung: Ooch, was sin die Blumme schee!