„Jede Mundart ist Volksmundart, heimlich und sicher, aber auch unbeholfen und unedel, dem bequemen Hauskleid, in welchem nicht ausgegangen wird, ähnlich. Im grunde sträubt sich die schämige Mundart wider das rauschende Papier, wird aber etwas in ihr aufgeschrieben, so kann es durch treuherzige Unschuld gefallen.“
Joseph Kehrein, Volkssprache und Wörterbuch von Nassau, Zitat aus dem Vorwort
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die, Pl. selten, gew. für Mundwerk, Schnauze. Wann de nit still bist, kriehst-de aans uff die Schniss. Wer sein Mundwerk nicht still halten kann, hot e Sabbelschniss; vgl. Sabbel.
ve-roppt, kurze Vokale, o betont, allg. für zerreißen, zerrupfen.
kurze Vokale, a betont, Abkürzung des früher sehr verbreiteten Vornamens Jean-Baptist (Johann Baptist, d. h. Johannes der Täufer, Namenstag am 24. Juniund daher auch Summerhannes genannt. Der Namenstag des Jüngers und Evangelisten Johannes wird am 27. Dezember gefeiert, deswegen heißt der Winterhannes). Dazu der Scherz: All mei Kinner fange met-eme S ãã: de Schambes, de Schagg, es Schalodd, es Schanett, de Schorsch un ’s Schossefin, nor des arm Zoffieche (Sofie) nit, des fängt met-eme Z ãã. Schambes kann auch als vertrauliche Anrede im Sinne von Kumbeer (s.d.) gebraucht werden, ebenso wie der gleichfalls früher weit verbreitete weibliche Vorname Minna als familiäre Anrede dienen kann. Da viele Minnas im 19. Jhdt. als Hausmädchen tätig waren, werden heute auch Hausgeräte wie Spül- oder Waschmaschinen spaßhaft so tituliert. Auch die im Mittelalter vorherrschenden, ehemals kaiserlichen Vornamen Heinrich und Konrad werden seit dem 13. Jh. bis heute als Hinz und Kunz abwertend für ‚jedermann’ gebraucht.